Was spielen wir?

Lange Jahre hatten wir uns auf das moderne französische Theater spezialisiert, das, unserer Meinung nach, auf deutschen Bühnen unterrepräsentiert war (und ist); viele in unserem Nachbarland überaus erfolgreiche Stücke wurden (und werden) im deutschen Theaterraum selten oder gar nicht gespielt. Unser „Frühstück am Morgen mit Hammel am Abend“ (- die Bearbeitung eines französischen Kurzromans -) oder „Sisyphus und der Tod“ sind bestimmt einigen Theatergängern in Karlsruhe noch in besonderer Erinnerung.
Auch unsere Adaptation des kleinen Prinzen von Saint-Exupéry („Die kleine Prinzessin“) war ein großer Theatererfolg.

Die kleine Prinzessin
„Was machst du mit all den Zahlen?“

Auf diesem Weg kommt man dann (natürlich?) nicht an Anouilhs „Antigone“ vorbei, und mit dem Projekt „Ich. Antigone“ begann die Beschäftigung mit zeitlosen antiken Stoffen.

„Hier gilt mein Gesetz und sonst nichts!“- „Das Gesetz der Götter…“ (Antigone)
„Hier gilt mein Gesetz und sonst nichts!“- „Das Gesetz der Götter…“
(Antigone)

Hierbei stand das Ziel, diese mythischen Stoffe in die Jetztzeit zu übertragen und ihre Bedeutung in unserer Zeit sichtbar zu machen im Vordergrund. Vor allem Frauenfiguren wie Antigone, Medea und Alkestis standen im Mittelpunkt… und alle drei wurden von der Stiftung Humanismus heute mit Preisen bedacht!

Jason und Medea
Jason und Medea
„Wenn du mich lieben würdest, wärst du bereit für mich zu sterben.“ – „Ich?“ (Alkestis)
„Wenn du mich lieben würdest, wärst du bereit für mich zu sterben.“ – „Ich?“
(Alkestis)
„Wo ich hingehe, braucht man keinen Koffer mehr.“ (Alkestis)
„Wo ich hingehe, braucht man keinen Koffer mehr.“
(Alkestis)
 „Todesschweiß, das kennt man.“ – „Du machst ihm Angst; er will nicht sterben“ – . (Alkestis)

„Todesschweiß, das kennt man.“ – „Du machst ihm Angst; er will nicht sterben“ – . (Alkestis)

Schließlich schlug Turandot (im Jahr der Olympischen Spiele in Peking) die Brücke in die Aktualität und nach Asien.

turandot

Dort stießen wir auf uralte Novellen, die hoch interessante Spielmöglichkeiten eröffneten. So war dann, im Zusammenhang mit den Veranstaltungen des Badischen Staatstheaters zu „Recht und Gerechtigkeit“, unser Stück „Schnee mitten im Sommer“ (nach G. Hanqing) im Inseltheater Karlsruhe und als Gastspiel im Theater Aalen zu sehen. Ein besonderes Erlebnis, wie da Theaterschnee fiel… mitten im Sommer.

Auch unser Stück „Die chinesische Ophelia“ (ein Heimkehrer-Drama) geht auf eine chinesische Legende zurück, die durch den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr eine beklemmende Aktualität bekam.

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Zeva Adom“ setzte sich dann mit dem Israel-Palästina-Konflikt auseinander, ein Stück, das als humanitärer Appel für Frieden warb, ein Stück, das auch heute noch immer gespielt werden müsste.

„Schlaf, meine Kleine, ich schütze dich wie du deine Puppe.“
„Schlaf, meine Kleine, ich schütze dich wie du deine Puppe.“

Auch den Amoklauf von Winnenden haben wir auf die Theaterbühne geholt, um zu versuchen, das zu verstehen, was man nicht verstehen kann.

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Inzwischen sind wir mehr und mehr dazu übergegangen, noch mehr den Bezug zur Aktualität zu suchen und Verhaltensweisen der Menschen heute zu hinterfragen. So wurde die Umweltproblematik in einem absurden Bilderbogen mit dem Titel „Ms Gar Bage – oder: Es ist doch alles Müll, Mann!“ erfolgreich auf die Bühne gebracht.

„Dieses Glas ist nicht sauber!“ – „Aber Madame, in unserem Haus ist das völlig unmöglich, ausgeschlossen.“
„Dieses Glas ist nicht sauber!“ – „Aber Madame, in unserem Haus ist das völlig unmöglich, ausgeschlossen.“

2017: Eigenproduktion „Apfel à la Reza“
>> Informationen und Pressestimmen zum Stück

Wovon wir aber auch (noch) träumen ist, Theater stärker mit sozialem Engagement zu verbinden und z.B. auch für alte Menschen oder kranke Kinder zu spielen.

Wir haben (gewissermaßen) am eigenen Leib erfahren, welch positive Auswirkungen das Theater-Spielen hat… und wir wollen andere Menschen daran teilhaben lassen. (Das ist durchaus auch als Einladung zum Mitmachen zu verstehen!)

Ein erster Schritt in diese Richtung war ein Engagement bei einem Seniorenabend der AWO (am 19.12. im Kronesaal in Eggenstein), das uns und den Gästen viel Spaß gemacht hat.

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